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Parteien/CDU/CSU/Wahlprogramm/Soziales/Reaktionen/
Sozialverbände kritisieren
Unions-Programm als unausgegoren =
Berlin (dpa) - Die Sozialverbände haben den
sozialpolitischen Teil des Unions-Wahlprogramms als unausgegoren und vage
kritisiert. «Die Union lässt die Menschen im Unklaren, was in der Sozialpolitik
auf sie zukommt», erklärte am Dienstag der Präsident des Sozialverbands
Deutschland (SoVD), Adolf Bauer. Er forderte ebenso wie der Präsident des
Sozialverbands VdK, Walter Hirrlinger, Klarheit über die Einführung einer
Gesundheitsprämie. Das Unions-Programm lässt offen, wie hoch die Prämie zur
Finanzierung des Gesundheitswesens sein und wann sie genau eingeführt werden
soll.
Bauer lehnte die Gesundheitsprämie als sozial
ungerecht ab. Je höher das Einkommen, desto niedriger sei der prozentuale
Anteil des Einkommens, der dafür aufgewendet werden müsse. Der SoVD-Präsident
kritisierte zudem, dass die Union in der Pflegeversicherung eine zusätzliche
Kapitaldeckung einführen wolle, «ohne den Wählern klipp und klar zu sagen, dass
dies für sie mit zusätzlichen Kosten verbunden ist». In der Rentenpolitik
fehlten Vorschläge, wie die Einnahmeseite der Rentenversicherung langfristig
verbessert werden könne.
Der SoVD lehnte eine von der Union geplante
Erhöhung der Mehrwertsteuer von 16 auf 18 Prozent als «unzumutbare finanzielle
Belastung» für Rentner ab. Außerdem ist der Verband grundsätzlich gegen eine
Einschränkung des Kündigungsschutzes.
VdK-Präsident Hirrlinger kritisierte, dass
durch die geplante Erhöhung der Mehrwertsteuer lediglich die Beiträge zur
Arbeitslosenversicherung gesenkt werden sollten. Er forderte, einen Teil aus
der geplanten Erhöhung für die Abdeckung der versicherungsfremden Leistungen in
der Rentenversicherung zu verwenden. dpa ol yyzz ll
121116 Jul 05
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Behinderte/Wahlen/
Lebenshilfe: Wahlprogramme vergessen behinderte Menschen =
Marburg (dpa) - Die Bundesvereinigung Lebenshilfe vermisst in den Wahlprogrammen der Parteien Aussagen zur künftigen Finanzierung der Behindertenhilfe. Allein bei der Eingliederungshilfe würden die Kosten in den kommenden Jahren wegen der zunehmenden Zahl von Behinderten um drei Milliarden Euro steigen, sagte der Vorsitzende der Lebenshilfe, Robert Antretter, am Samstag in Marburg. "Wir wollen nicht zu Almosenempfängern degradiert werden, die soziale Leistungen nur noch nach Kassenlage erhalten." dpa kv hx yyhe br
Pressemitteilung
22. Juli 2005
Lebenshilfe kritisiert: Behinderte Menschen werden im Wahlkampf völlig ausgeblendet
Die Bundesvereinigung Lebenshilfe hat große Sorge, dass die Interessen behinderter Menschen und ihrer Familien im Bundestagswahlkampf völlig ausgeblendet werden. In den Wahlprogrammen der Parteien sucht man vergebens eine Antwort darauf, wie die Finanzierung der Behindertenhilfe langfristig gesichert werden soll. Allein bei der Eingliederungshilfe erwartet die Lebenshilfe in den nächsten Jahren eine Kostensteigerung um drei Milliarden Euro, weil die Zahl der Menschen mit geistiger Behinderung weiter zunehmen wird. Heute erreicht die erste Generation das Rentenalter, nachdem die Nationalsozialisten zwischen 1939 und 1945 fast alle geistig behinderten Menschen verfolgt und ermordet hatten.
"Wir wollen nicht zu Almosenempfängern degradiert werden, die soziale Leistungen nur noch nach Kassenlage erhalten", sagt Bundesvorsitzender Robert Antretter. Die Lebenshilfe fordert deshalb ein eigenes Leistungsgesetz für behinderte Menschen, das die vorhandenen Mittel bisher verschiedener Leistungsträger bündelt und effizienter einsetzt. Ein Leistungsgesetz müsse die bedarfsorientierte Eingliederungshilfe garantieren und die Kostenlast auf möglichst viele Schultern verteilen. Antretter: "Um die Kommunen zu entlasten, könnte ein erster Schritt ein aus Bundesmitteln finanziertes Teilhabe- oder Behindertengeld sein."
Weitere Vorschläge und Fragen hat die Lebenshilfe in ihren Wahlprüfsteinen zusammengetragen, die unter www.lebenshilfe.de abgerufen werden können.
Es geht darin unter anderem um eine angemessene medizinische Versorgung behinderter Menschen, den Schutz vor Diskriminierung und um ethische Positionen wie das Verbot der Präimplantationsdiagnostik.
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