Eintrag der Anni und Keyvan Dahesch Stiftung in das
Goldene Buch der Stiftungen am 03.12.2006 im Kaisersaal

Sehr geehrte Frau Dahesch,
sehr geehrter Herr Dahesch,
sehr verehrte Damen und
Herren,
als Oberbürgermeisterin der Stadt
Frankfurt am Main
ist es für mich eine besondere
Freude und Ehre,
gerade an dem heutigen Welttag
der Menschen mit Behinderungen,
den Eintrag Ihrer Stiftung
in das Goldene Buch der Stiftungen
miterleben zu können.
Ich möchte Ihnen heute die
Stiftungsgründer,
die neue Stiftung sowie ihre Hintergründe und
Leitgedanken vorstellen,
nachdem in den letzten Monaten
die formalen Schritte
der Stiftungsgründung abgeschlossen
wurden.
Ihnen sehr verehrte Frau und Herr Dahesch
sowie allen anderen Gästen sage ich
- auch im Namen des Magistrats -
ein herzliches Willkommen.
Wir sind Ihnen aus vielerlei
Gründen
für Ihre Entscheidung
außerordentlich dankbar.
Bevor ich Ihre Stiftung vorstelle,
möchte ich Sie Frau und Herr Dahesch
durch Fakten vorstellen.
Für Ihr ehrenamtliches Engagement
für die Belange von Menschen mit Behinderungen
und ihre journalistische Tätigkeit
erhielten Sie zahlreiche
Auszeichnungen,
darunter
1983 Ehrenbrief des Landes
Hessen
1986 Goldene Ehrennadel des VdK
Deutschland
| 1986 u. 1990 | Medienpreis der
Bundesarbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege
|
1996 Bundesverdienstkreuz 1.
Klasse
| 1997 | Goldene Ehrenmedaille
des Blindenbundes Hessen
|
Und nun Frau Dahesch zu Ihrer Person ein paar
Fakten:
Trotz Ihrer eigenen Sehbehinderung
und Ihrer eigenen ehrenamtlichen Tätigkeit
haben Sie Ihren Mann stets
tatkräftig
bei seinem Engagement unterstützt.
Für Ihren unermüdlichen
Einsatz
für sozial schwache Menschen erhielten Sie 1993
die Ehrennadel des Paritätischen
Wohlfahrtsverbandes und 2002
die Verdienstmedaille des
Verdienstordens
der Bundesrepublik
Deutschland.
Sehr verehrte Frau Dahesch und Herr Dahesch,
durch Ihr jahrzehntelanges berufliches
und ehrenamtliche Engagement,
haben Sie Beide
vieles für die Belange von Menschen
mit Behinderungen getan.
Zu Ihrer am 13.06.2006 errichteten
und am 22.08.2006 rechtsfähig genehmigten
Anni und Keyvan Dahesch Stiftung
haben Sie sich auch
aufgrund Ihrer eigenen Behinderung
und des von Ihnen Erlebten
entschlossen.
Sie beabsichtigen damit
einen nachhaltigen
und in Ihren Augen bescheidenen Beitrag
zur Lebenserleichterung der Menschen
mit Schwerstbehinderungen zu leisten;
den ich im höchsten Maß
anerkenne.
Durch die Errichtung Ihrer Stiftung
hier in Frankfurt am Main,
zeigen Sie auch Ihre Verbundenheit
mit der Stadt Frankfurt am Main als Ihre
Heimat; worüber ich mich als
Oberbürgermeisterin dieser Stadt besonders freue.
Ihre Stiftung ist gewidmet der
Förderung
und Unterstützung von aufgrund
körperlicher,
geistiger oder seelischer Gebrechen
hilfebedürftigen Personen durch
Finanz-
und Sachzuwendungen im Sinne
von Hilfe zur Selbsthilfe.
Gefördert werden vornehmlich
solche Maßnahmen,
die nicht von den allgemeinen Sozialhilfeträgern
übernommen werden.
Die Stiftung wird die Maßnahmen
durch eigene Projekte fördern,
sie kann sich aber auch an
Förderprojekten
anderer privater oder öffentlicher
Institutionen beteiligen.
Die genannten Beispiele zur
Zweckverwirklichung
sind nicht abschließend,
die Stiftung kann vielmehr alle Möglichkeiten
ergreifen, die zur Erfüllung des Stiftungszwecks
notwendig sind. Sie ist in Ihrem Wirkungskreis nicht bestimmt,
kann im In- und Ausland tätig
werden.
Meine Damen und Herren,
wir leben in einer Zeit des Wandels
und großer Herausforderungen.
Um diese Herausforderung zu meistern
und die Chancen zu nutzen,
die es immer gibt,
bedarf es viel Freiheit im Denken,
braucht es Kreativität.
Hier liegt der Wert von Stiftungen.
Ihr Wirken setzt keinen allgemeinen
Konsens,
keine Mehrheit,
keine langwierigen
Entscheidungsprozesse voraus.
Stiftungen können unkonventionell
und schnell handeln und helfen.
Sie können deshalb besser als andere
die Rolle eines Vordenkers
übernehmen,
Grenzen überschreiten,
unkonventionelle Wege modellhaft
erproben.
Stiftungen sind darüber hinaus Institutionen
unserer Gesellschaft,
mit deren Hilfe Bürger versuchen,
im Sinne des Gemeinwohls Wandel zu
bewirken,
ohne dabei Stabilität
aufzugeben.
Demokratische und offene Gesellschaften
bieten ein geeignetes Umfeld
für Initiativen der Bürger
und damit für Stiftungen.
Stifter sind Partner bei der
Bewältigung
von Zukunftsaufgaben des
Landes.
Auch Ihre Stiftung sehr verehrte Frau und Herr Dahesch,
soll in diesem Sinne ein Zeichen setzen,
Zeichen für bürgerschaftliches Engagement
und für
Zukunftsoptimismus.
Sie wollen damit Ihren Beitrag leisten
um die Vision einer nachhaltigen
gesellschaftlichen Entwicklung der
Wirklichkeit
ein Stück näher zu bringen
für uns
und für künftige
Generationen.
Ihre neue Stiftung
wird einen besonderen Platz in der
Stiftungslandschaft einnehmen und ich hoffe,
die Stiftung wird diese und weitere
Ziele erreichen.
Sehr verehrte Frau Dahesch,
sehr geehrter Herr Dahesch,
im Namen der Stadt Frankfurt am Main
nochmals Dank und Anerkennung
für Ihr Engagement und der Stiftung viel
Erfolg.