Vor rund neun Jahren ist der
Tüftler am Rand der Schwäbischen Alb durch ein
persönliches Erlebnis zu seiner Geschäftsidee
gekommen.
«Auf einem Parkplatz habe ich einer Frau
geholfen, deren Mann beim Heben aus dem Rollstuhl ins Auto neben den
Sitz gefallen ist. Da habe ich selber erlebt, welche Probleme das
bringen kann», erzählt der 40- Jährige von seinen
Anfängen im Jahr 1997. Inzwischen ist aus dem Ein- Mann-Betrieb ein
Unternehmen mit rund 80 Mitarbeitern geworden, das Kunden aus allen
Teilen Deutschlands hat.
«Wir bauen die Autos so, wie es unsere
Kunden haben wollen - ganz individuell und genau auf ihre
Behinderung abgestimmt. Die Leute müssen sich
nicht nach starren Vorgaben richten», berichtet Arnold.
Pkw wie Kleintransporter werden gleichermaßen
umgebaut oder speziell für die Behinderten entwickelt. Aus der Idee
wurde auch Name des Unternehmens abgeleitet: Paravan entstand aus den
zwei Begriffen Van
(Lieferwagen) und Paraplegiker (Paraplegie:
doppelseitige Lähmung).
In die Fahrzeuge eingebaut wird
unter anderem eine Rampe, um ohne Probleme von der Straße in einen
Wagen fahren und dann im Fahrzeug an den richtigen Platz hinter dem
Lenkrad inklusive Verankerung rollen zu können. Gibt es zum Steuern
einen Wechsel auf einen normalen Fahrersitz, kann dieser mit einer
Fernbedienung in die richtige Position im Wagen gebracht werden. Auch
Drehsitze werden eingebaut.
Herzstück der
Tüftelarbeit ist jedoch die speziell entwickelte und TÜV
geprüfte elektronische Lenkung von Paravan. Je nach Grad der
Behinderung und damit Kraft- und Koordinationsfähigkeit der
Menschen, wird das Bedienelement mit einem Joystick, einem extrem
leichtgängigen Minilenkrad oder einem so genannten Dreizack zur
Fixierung der Hand statt eines herkömmlichen Lenkrads
ausgestattet.
Das Einlegen der Gänge erfolgt über
Knopfdruck. Über den Joystick wird gelenkt sowie Gas gegeben und
gebremst.
Als Service für die Kunden
ist direkt bei dem Firmengelände auch ein Übungsgelände
angelegt, auf dem das Fahren mit der neuen Technik geübt werden
kann. Endgültig den Weg frei für die Straße macht eine
angegliederte Fahrschule, in der die komplette theoretische und
praktische Fahrprüfung abgelegt werden kann.
Der Umbau der Fahrzeuge dauert
zwischen zwei bis acht Wochen. Die Kosten für die Umrüstung
belaufen sich auf 2000 bis 40 000 Euro. Rund 500 Autos pro Jahr
werden in Pfronstetten umgebaut. Geschäftsführer Arnold plant
künftig einen höheren Absatz und auch den europäischen
Vertrieb.
(Internet:
www.paravan.de)
dpa gl yysw pi
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