
STADT FRANKFURT AM MAIN
WOCHENDIENST VOM 6. SEPTEMBER 2005
Die Stadt des Automobils
In Frankfurt ist die
weltgrößte Automobilmesse nicht zufällig zu Hause
Die Stadt am Main ist seit
Jahrhunderten ein wichtiger europäischer
Verkehrsknotenpunkt und hat sich auch dem Automobil schon recht früh
verschrieben. Kein Wunder, dass die IAA seit den 1950-er Jahren die
Automobilfans der Welt an den Main
lockt. Doch die Geschichte des Autoverkehrs geht in Frankfurt bis zur Jahrhundertwende
zurück.
Frankfurt am Main (pia) In
Frankfurt am Main wuselt seit den frühesten Anfängen der Verkehr. Schon am
Namen der Stadt ist dies abzulesen, denn die Furt über den Main war früher
ebenso wichtig für den Verkehr wie später die vielen Brücken über den Fluss.
Das Automobil hat in der Mainmetropole eine lange Tradition, die alle zwei
Jahre durch die hier abgehaltene Internationale Automobilmesse IAA weltweit
bestätigt wird.
Schon vor der ersten
Internationalen Automobilmesse wurde in Frankfurt bereits am 14. Juli des
Jahres 1900 die erste deutsche Automobilausstellung eröffnet, damals noch auf
dem Gelände des „Landwirtschaftlichen Vereins“ im Frankfurter Ostend – heute in
Sichtweite des künftigen Standorts der Europäischen Zentralbank. In jenem Jahr
– kaum hatten die Kutschen selbst zu fahren gelernt – war die Mainmetropole
Sitz eines bedeutenden Automobilproduzenten der Jahrhundert-Wende: des
Adler-Werks in der Kleyerstraße. Und bereits am 29. Juli des Jahres 1900 wird
in einer Anzeige im „Frankfurter Intelligenz-Blatt“ auf das „erste
internationale Automobil-Wettrennen auf der Rennbahn am Forsthaus in Frankfurt
am Main“ hingewiesen.
Die noch ungewohnte
Tätigkeit des Autofahrens führte schnell zum ersten Unfall. Am 3. Juli
berichtete eine Zeitung über den ersten Fall an der Kreuzung zwischen
Kaiserstraße und Neue Mainzerstraße, bei dem ein „mit zwei Personen besetztes
Automobil von einer elektrischen Straßenbahn erfasst und total zerstört wurde.“
Wie es in dem Bericht weiter hieß, erlitten die beiden Insassen leichtere
Verletzungen.
Auch nach dem Zweiten
Weltkrieg hat Frankfurt am Main das Tempo der Entwicklung des deutschen
Autoverkehr maßgeblich bestimmt. Am 7.
April 1930 wurde Frankfurts erste Ampel für die Verkehrsregelung eingeschaltet,
und zwar an jener Kreuzung, an der 1900 der erste Verkehrsunfall gemeldet
worden war.
Auch das erste Parkhaus in
Deutschland wurde in Frankfurt am 18. September 1956 hinter der Hauptwache –
das „Parkhaus Hauptwache“ – eröffnet, weil der Magistrat der „Flut“ der
Automobile nicht mehr Herr wurde. Das Haus steht heute unter Denkmalschutz. Und
auch die ersten 74 „Parkometer“ – heute schlicht „Parkuhren“ genannt – wurden
bereits zwei Jahre vorher, 1954, am Frankfurter Hauptbahnhof aufgestellt. Die
Notwendigkeit für diesen Aufwand lässt sich an den Zulassungszahlen dieser
Jahre ablesen: Am 1. Juli 1950 waren 32.000 Autos angemeldet, drei Jahre später
bereits 53.000 und 1957 war ihre Zahl auf über 87.000 gewachsen. Verglichen mit
den über 331.500 Personenkraftwagen im Jahr 2004 scheinen die Zahlen der 50-er
Jahre zwar klein zu sein, doch machen sie den großen Verkehrsdruck deutlich,
mit dem Frankfurt am Main seit dem Zweiten Weltkrieg zu kämpfen hat.
Die Internationale
Automobilausstellung, die seit 1897 in Berlin veranstaltet wurde, zog 1951 nach
Frankfurt am Main um – wohl, weil durch die Berlin-Blockade der Sowjetunion die
Stadt für viele nur noch auf dem Luftwege erreichbar geworden war. Seitdem hat
sie ihren weltweit beachteten Aufschwung am Main erlebt. Frankfurt konnte sich
das wichtigste Schaufenster für die deutsche und internationale
Automobilproduktion gerade bis zum Jahr
2011 sichern. In diesem Jahr findet sie vom 12. bis 14. September, wie
gewohnt, auf dem Frankfurter Messegelände statt. Unter dem Motto „Faszination
Auto“ werden den mehr als eine Million Besuchern 77 Neuheiten präsentiert.
Frankfurt war seit den 60-er
Jahren auch auf den Autobahnen rund um die Stadt immer wieder „Labor“ für
Neuerungen zur Bewältigung großer Automobilmengen. Immer vor dem Ansturm der
Besucher zur IAA wurden die Neuerungen eingeweiht. Bereits Ende der 60-er Jahre
wurden die ersten, noch handbetriebenen „Wechselwegweiser“ erprobt, mit denen
der Autoverkehr von zu stark befahrenen Autobahnabschnitten auf weniger
belastete umgeleitet wurde. 1973 entstand in Rüsselsheim die erste
vollautomatisch gesteuerte Anlage für die Wechselwegweisung, die in den
Folgejahren auf die Autobahnen rund um
Frankfurt am Main erweitert wurde, bevor sie nach ihrem Praxistest in der
gesamten Bundesrepublik zum Einsatz kam.
In diesem Jahr gab es wieder
eine Premiere.

Hermann Wygoda
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