DBS vor Umbruch: Haack
löst Zühlsdorf ab - Kati Witt als Zugpferd Von Frank Kastner, dpa =
Duderstadt (dpa) - Der Deutsche
Behindertensport-Verband
(DBS) setzt auf
Katarina Witt. Die zweifache Eiskunstlauf- Olympiasiegerin soll dem Fachverband
zu neuem Glanz verhelfen. «Das Gefühl des Glücks, das mir der Sport gegeben
hat, möchte ich auch Kindern mit Behinderung ermöglichen. Somit möchte ich der
Gesellschaft etwas zurückgeben», sagte Witt, die ihre Stiftung beim 14.
Ordentlichen DBS-Verbandstag am Wochenende in Duderstadt der Öffentlichkeit
vorstellte. Dort wurde der SPD-Politiker Karl Hermann Haack von den fast 200
Delegierten ohne Gegenstimme zum Nachfolger von Präsident Theodor Zühlsdorf gewählt.
«Ich bin sicher, den Stab in gute Hände zu
geben. Wir müssen in Zukunft anders ausgerichtet werden, um die Aufgaben der
Zukunft meistern zu können», erklärte der 79-jährige Zühlsdorf, der zehn Jahre
lang an der DBS-Spitze stand. «Ich werde in den nächsten 100 Tagen die Verbände
und Vereine besuchen, um mir ein Bild über die Verbandsarbeit machen zu
können», sagte Zühlsdorfs ebenfalls bereits 65 Jahre alter Nachfolger Haack.
Der notwendige Umbruch soll mit neuen
Strukturen, veränderten Systemen und vor allem mit dem neuen Zugpferd Katarina
Witt geschafft werden. Die Eiskunstläuferin will mit ihrem Engagement «Teile
der Gesellschaft aus dem Dornröschenschlaf wecken». Integration heißt das
Zauberwort. Der siebenfache Paralympics-Sieger Rainer Schmidt hatte eine eigene
Vision. «Ich träume davon, dass es in 20 oder 30 Jahren eine Sportbewegung
gibt, die Behinderte und Nichtbehinderte, Leute mit roten Haaren und
abstehenden Ohren integriert - ohne Unterschiede», sagte der Pfarrer, der ohne
Arme und mit einem verkürzten Bein Tischtennis spielt.
Die Integration der Wettkämpfe in
Weltmeisterschaften der Nichtbehinderten ist laut Walther Tröger gut
vorstellbar. «Doch da tun sich viele Fachverbände noch sehr schwer», sagte das
Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). «Da dies derzeit
leider nicht möglich ist, müssen wir die Zweitlösung voran treiben. Und die
heißt: Den Behindertensport
pushen», betonte Schmidt. In Athen hatte der Pfarrer den «Whan Youn Dai
Overcome»-Preis wegen seiner Lebensphilosophie und für die besonderen
Leistungen bei der Überwindung der Behinderung durch den Sport verliehen
bekommen. dpa fk yyzz vg ce
091117 Okt 05