Bruhns und Czyz geehrt
Auszeichnungen für Aktive und
Förderer bei Paralympics-Night
KEYVAN DAHESCH (DÜSSELDORF)
Die Paralympics-Siegerin Kirsten
Bruhns aus Neumünster und ihr Wattenscheider Kollege Wojtek Czyz sind zu
"Behindertensportler des Jahres"
gewählt worden. Die 35-jährige seit einen
Motorradunfall querschnittgelähmte Schwimmerin gewann in Athen Gold über 100
Meter Brust, Silber
über 100 Meter Rücken und 50 Meter Freistil
sowie Bronze über 100 Meter Freistil. Der 24 Jahre alte unterschenkelamputierte
ehemalige
Fußballspieler holte in der Leichtathletik
Siege über 100 und 200 Meter und stellte im Weitsprung mit 6,23 Meter einen
Weltrekord auf. Die
erstmals veranstaltete Ehrung nahmen die
Präsidenten des Deutschen Sportbundes, Manfred von Richthofen, und des
Behindertensportverbandes,
Theodor Zühlsdorf, bei der Paralympics-Night
in Düsseldorf vor. Zur Enttäuschung aller Beteiligten fehlten prominente
Politiker, die ihr
Kommen zugesagt hatten. Kanzler Schröder wurde
in Rom aufgehalten, seine Frau Doris Schröder-Köpf, Schirmherrin der Gala, und
Bundesinnenminister Schily ließen sich
entschuldigen.
Rosi Mittermaier-Neureuther und
Staatssekretär Gottfried Weder vom Bundesinnenministerium verliehen den
Fairplay-Preis der Fechterin Esther
Weber-Kranz. "Es ist schlimm, dass bei
uns das private Fernsehen mit der Übertragung von Dschungel-Shows das
Bildungsniveau senkt, anstatt
über die beispielhaften Leistungen der
Menschen mit Behinderungen in Sport, Beruf und Gesellschaft zu berichten",
kritisierte Rosi
Mittermaier. Um die Medien zu Berichten und
Reportagen über Behindertensport zu ermutigen, verleiht seit vier Jahren eine
unabhängige Jury
den von der Barmer Ersatzkasse gestifteten
"Barmer Paralympic Media Award". In diesem Jahr gingen die
Auszeichnungen unter anderem an ARD
und ZDF für ihre Paralympics-Berichte aus
Athen, die von den Schülerinnen und Schülern der deutschen Schule in Athen
ansprechend gestaltete
Paralympics-Zeitung sowie stellvertretend für
viele kleinere private Hörfunkstationen an Radio aktiv in Hameln. Der Sender
berichtet
regelmäßig in seinen Sportsendungen auch über
das Thema Behindertensport.
Ausgezeichnet wurde auch die Bayer
AG. Das Leverkusener Unternehmen präsentiere seit vielen Jahren den
Behindertensport im Rahmen seiner
Gesamtkommunikation, fördere damit nicht nur
die Bekanntheit dieses Sports und das Verständnis dafür, hieß es in der
Begründung. Dass die
Bahn AG bislang die Wünsche der Menschen mit
unterschiedlichen Behinderungen (wie zum Beispiel nach automatisch ausfahrbaren
Rampen an den
Wagen und der Ansage der Ausstiegsseite in den
Fernzügen) ignoriert, hat wahrscheinlich bei der Zuerkennung eines
Sonderpreises für das
Unternehmen eine untergeordnete Rolle
gespielt. Gewürdigt wurde ihre Kooperation mit dem Deutschen
Behindertensportverband.