«Dieser Stadtführer macht
Mut, auch mal ganz allein loszugehen»,
sagte die blinde Berlinerin Anke Overbeck bei der
Präsentation. Die
Ziele seien sowohl für Berliner als auch
für Touristen interessant.
Die CD bietet unter anderem Ausflugstipps in einen
Berliner Bunker,
eine Nachtschwärmer-Route durch Kreuzberg oder
den Besuch des
Einkaufstempels KaDeWe. Es gibt auch
Hörgeschichten mit heiteren
Titeln wie «Vor Gott sind alle Berliner
Menschen».
Im «Museum der Dinge» dürfen
Blinde nun zum Beispiel Gegenstände
aus den Glasvitrinen in die Hände nehmen.
«Diese Erfahrung ist toll»,
sagte Overbeck. Dennoch gebe es Grenzen bei dem
Pilotprojekt, das
gemeinsam mit dem Berliner Verein Förderband
entstand. «Von der
Gemäldegalerie hat ein Blinder nun einmal
wenig», sagte Overbeck.
Sehr anziehend fanden die blinden Gäste bei
der Präsentation dafür
die Wachsfigur des Regierenden Bürgermeisters
Klaus Wowereit (SPD),
die das neue Wachfigurenkabinett aufgestellt
hatte. «Wowereit hat
schöne Hände», urteilte ein Blinder nach genauem
Abstasten.
Zwei Jahre Arbeit stecken in dem
Berlin-Hörbuch für Blinde, das in
einer Mappe neben 14 Stunden Programm auch
Stadtplan-Ausschnitte zum
Ertasten bietet. Bei der Auswahl der Ziele und
beim Serviceteil haben
Mitglieder des Allgemeinen Blinden- und
Sehbehindertenvereins Berlin
mitgeholfen. Wolfgang Thierse wünscht sich, dass
Verlage sich von der
Berliner Idee inspirieren lassen und auch für andere
Städte Hörführer
für Blinde entwickeln. Der
Berlin-Reiseführer, den es von Oktober
an
auch zum kostenlosen Herunterladen im Internet geben soll
www.berlinfuerblinde.de
kann erweitert werden. «Ich möchte mehr»,
sagte Overbeck.
(Service: Der kostenlose Audioguide kann montags
bis freitags von
10.00 Uhr bis 15.00 Uhr telefonisch unter
030-420 200 03 bestellt
werden. Die Email-Bestelladresse lautet:
info@bfuerb.de)
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