STADT FRANKFURT AM MAIN WOCHENDIENST
VOM 8. FEBRUAR 2005
Kaiser, Kicker, Kennedy – der Römer
wird 600
In Frankfurts Rathaus wird Politik
gemacht, gefeiert und geheiratet
Es ist eines der berühmtesten
Rathäuser der Republik - mit dem fraglos begehrtesten Balkon des Landes. In
seinem Kaisersaal speisten die
Herrscher des Heiligen Römischen Reichs
Deutscher Nation nach ihrer Krönung. Heute residiert hier der Magistrat, aber
auch Riesling wird
ausgeschenkt und der Ehebund geschlossen. Am
11. März wird Frankfurts „Gut Stubb“ 600 Jahre alt.
Frankfurt am Main (pia/ 8.2.05) Herr
Akiro Watanabe fotografiert unermüdlich. Klick, klick - den Touristen aus dem
japanischen Osaka
beeindruckt der Kontrast: Ein gotischer
Zackengiebel sticht in hellem Sandstein in den blauen Himmel, dahinter ragen
Frankfurts Hochhäuser
hervor. Die frisch renovierte Rathausfassade
zieren vier bärtige deutsche Kaiser, frisch vergoldet und in Reih’ und Glied.
Vor einem der
drei großen Römer-Tore lächelt der
Hochzeitspförtner mit einem frisch gebackenen Ehepaar um die Wette. Klick,
klick - Herr Watanabe und
ungezählte andere Hobby-Fotografen mögen
dieses Motiv, das weltweit Fotoalben zieren dürfte.
600 Jahre alt und kein bisschen leise
ist der Frankfurter Römer nun. Hinter der charakteristischen Römersilhouette
werden seit 1405 die
Geschicke Frankfurts gelenkt.
Oberbürgermeisterin und Bürgermeister haben hier ihre Dienstzimmer und
Stadtverordnetenversammlung und
Magistrat ihren Tagungsort. Hochhausbau, zwei
Olympia-Bewerbungen, Zentralbank-Standort: Hier wird kommunale Politik gemacht,
die auch
schon mal bundesweit Maßstäbe gesetzt hat: Das
erste Amt für multikulturelle Angelegenheiten, der erste grüne Stadtkämmerer
wurden im Römer
ausprobiert.
Frankfurts politisches Herz ist der
Römer auch trotz der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg geblieben. Seine berühmte
Fassade und die unteren
Gewölbe blieben von Bombenangriffen verschont,
der gesamte Rathauskomplex konnte weitgehend historisch wieder aufgebaut
werden. Das Herz
Frankfurts fing schnell nach Kriegsende wieder
zu schlagen an. 1963 kam John F. Kennedy zu Besuch und lobte vor 150.000
jubelnden
Frankfurterinnen und Frankfurtern auf dem
Römerberg, „was die Bürger dieser Stadt seit Kriegsende alles geleistet haben“.
Dann trug er sich
im Kaisersaal ins Goldene Buch der Stadt ein -
wie so viele andere hochrangige Besucherinnen und Besucher des Römers vor und
nach ihm auch:
US-Präsident Jimmy Carter, der Dalai Lama,
Michail Gorbatschow, Yassir Arafat, die Staatspräsidenten von Korea und Mexiko.
Royalen Glanz
lieferten Königin Sofia von Spanien, Kaiser
Akihito von Japan, die Prinzen Bernhard der Niederlande und Philip von England.
Unlängst hatte
auch der letzte lebende deutsche „Kaiser“
seinen Auftritt, Franz Beckenbauer, als WM-Organisationschef beim diesjährigen
Neujahrsempfang im
Kaisersaal, hielt seine Rede vor dem Gemälde
des letzten Kaisers, Franz II.
Der Römer ist unbestritten auch
Frankfurts gesellschaftliches Herz, mit dem historischen Kaisersaal als
Mittelpunkt städtischer
Großereignisse. In diesem wunderschönen, lang
gestreckten Saal mit seiner gewölbten Holzdecke tafelten in früheren Zeiten
gekrönte Häupter
im Anschluss an Kaiser- und Königswahlen.
Heute geht es zwar bürgerlicher, aber immer noch festlich zu. So gehört es seit
dem ersten
Frankfurter Bankenabend von 1989 zur
Tradition, dass die alljährlichen Diners hier stattfinden - die 52 Kaiser des
Heiligen Römischen
Reiches Deutscher Nation blicken dabei sehr
bedeutend von ihren Ölgemälden herab auf die Teller der Festgäste. Bei den
meisten anderen
Empfängen der Stadt schlemmen die Gäste in der
Wandelhalle vor dem Magistratssitzungssaal. Hier blicken die Frankfurter
„Könige“, die
ehemaligen Oberbürgermeister und Hausherren
des Römers, von weitaus monumentaleren Ölporträts herab. Eine selbstbewusste
Stadtverwaltung,
die seit 600 Jahren hier ununterbrochen ihren
Sitz hat - das sieht man sofort.
Ein Selbstbewusstsein, das sie auch
aus der Tradition und Architektur ihres Rathauses zieht. Die
Oberbürgermeisterin führt ihre Amtgeschäfte
im ersten Stock gegenüber vom Kaisersaal,
erreichbar über eine repräsentative Treppe. Die Büros der Frankfurter Ämter
verteilen sich auf
die vielen Ebenen der im Laufe der
Jahrhunderte um den eigentlichen Römer herum zusammengewachsenen Gebäude. Ein
Gewirr von Gängen,
Treppen, Sälen und Gewölben entstand. Zur
Kämmerei hinüber führt die „Seufzerbrücke“, die von den Frankfurtern wegen der
dort zu
entrichtenden Abgaben so titulierte Verbindung
über die Bethmannstraße hinweg. Zur Mittagszeit heißt es in der Stadtverwaltung
„Mahlzeit“,
und dann führen alle Wege in die Römerkantine
im stimmungsvollen Ratskeller mit seiner reichen Bemalung. Nicht hier, aber
doch ganz in der
Nähe wird auch Riesling verkostet, im
Ausschank des städtischen Weinguts im Römer. Auch Frankfurter wissen also
offenbar, dass ein guter
Tropfen nicht nur aus Äpfeln kommt.
Auch geheiratet wird im Römer gerne.
Rund 2.000 Paare geben sich jährlich das Ja-Wort, 90 Lebenspartnerschaften
werden hier Jahr für Jahr
geschlossen. Die mit rotem Tuch ausgeschlagene
Treppe hinauf in den Trausaal, die heute alle Brautpaare erst einmal bezwingen
müssen, war
im Mittelalter ein Geheimgang der deutschen
Kaiser. Der berühmte Hochzeitspförtner „bewacht“ die Treppe, spricht dem einen
oder anderen
Bräutigam und zuweilen auch der Braut noch mal
Mut zu und ist hinterher einer der Ersten, der gratulieren darf. Der
Hochzeitspförtner ist
die lebende Institution des Römers.
Da am 11. März und an den beiden
folgenden Tagen allerhand Festlichkeiten zum 600. Römer-Geburtstag anstehen,
soll das Rathaus mit seinem
neuen sandsteinfarbenen Anstrich künftig auch
durch eine entsprechende Beleuchtung ins beste Licht gesetzt werden.
Scheinwerfer werden
Giebel, Fassaden und Kaiserfiguren anstrahlen
und die Fenster des Kaisersaales auch in der Nacht von innen erhellt sein. So
dürfte der
Römer nicht nur eines der ältesten, sondern
auch eines der schönsten Rathäuser Deutschlands sein. Meinen zumindest die
Frankfurter. Und
sicherlich auch Herr Akiro Watanabe aus Osaka.
Harald Ille/ Lore Kämper
Der Abdruck ist honorarfrei.
Belegexemplar erbeten.
STADT FRANKFURT AM MAIN
- Der Magistrat -
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Presseabteilung 13.12
Dagmar Beckmann
Römerberg 32
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Tel.: 069 212-36357
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STADT FRANKFURT AM MAIN WOCHENDIENST
VOM 15. FEBRUAR
1. Das Bild vom Römer geht schon
lange um die Welt - Vor 600 Jahren erwarb der Rat der Stadt das Frankfurter
Rathaus 2. Jäger eines
verborgenen Schatzes - Roland Kaehlbrandt
fördert Integration und Sprachkultur
Das Bild vom Römer geht schon lange
um die Welt
Vor 600 Jahren erwarb der Rat der
Stadt das Frankfurter Rathaus
Vor 600 Jahren wurde „der Römer“ zum
Rathaus der Stadt Frankfurt. Bis heute wird die Mainmetropole von hier aus
regiert. Die
Oberbürgermeisterin residiert in ihrem
Amtszimmer über der Schwanenhalle mit Blick zur Paulskirche sogar noch immer am
selben Platz wie
fast alle Amtsvorgänger. Aber nicht nur
Stadt-, auch Reichsgeschichte wurde im Römer geschrieben.
Frankfurt am Main (pia/ 15.2.05)
Schon ab 1329 tagte der Rat oft in dem repräsentativen Patrizierhaus zum Römer.
Das erste Frankfurter
Rathaus, das an der Stelle des heutigen
Domturms stand, war längst zu eng geworden. König Ludwig der Bayer erteilte
daher der Stadt bereits
am 20. Juni 1329 die Erlaubnis, „ein ander
Rathuse“ zu errichten. Für dieses und andere Bauvorhaben sollte die Kommune
eigens eine Anleihe
aufnehmen können. Aber die bewilligten Mittel
wurden wohl von der Wiederherstellung der 1306 eingestürzten Mainbrücke
verschlungen. Um 1400
war das alte Rathaus dann endgültig baufällig.
Schon wurden Mainsandsteine für einen Neubau aus Miltenberg herbeigeschafft und
auf dem
Römerberg gestapelt. Doch dann entschied sich
der Rat, zwei bestehende Patrizierhäuser als neuen Sitz von Stadtregierung und
Schöffengericht zu erwerben. Am 11. März 1405
schloss er den Kaufvertrag über das Haus zum Römer und das rechtwinklig
dahinter liegende
Haus zum Goldenen Schwan. Der Vorbesitzer, die
Familie zum Römer, erhielt dafür 800 Gulden Frankfurter Währung sowie eine
jährliche
Leibrente von 65 Gulden.
Da Frankfurt durch die Goldene Bulle
von 1356 zum Wahlort der deutschen Könige bestimmt worden war, wurde fortan im
Römer nicht nur Stadt-,
sondern Reichsgeschichte geschrieben. Die
Ratsstube im Römer diente den Kurfürsten und deren Vertretern zur Zeit der
Königswahl immer als
Beratungsraum, bevor sie den eigentlichen Akt
der Wahl in der Kapelle im Dom vollzogen. Nachdem Frankfurt 1562 auch zur
Krönungsstadt der
deutschen Könige und Kaiser aufgestiegen war,
rückte der Römer noch mehr in den Blickpunkt. Nach der Krönung im Dom schritt
der neue
Herrscher traditionell zum Krönungsmahl im
Kaisersaal des Römers. Wenn er sich dem feiernden Volk auf dem Römerberg zeigen
oder die dortige
Ausübung der Erzämter beobachten wollte,
musste er wohl aus dem Fenster schauen. Denn den - heute durch König Fußball so
berühmten -
„Erscheinungsbalkon“ gab es damals noch nicht.
Dieser wurde später, im Zuge der neogotischen Fassadenumgestaltung im
wilhelminischer Zeit
(1896-1900), angebaut.
Nicht erst seit das Fernsehen die
Szenen mit Fußballmeistern auf jenem Balkon sendet, gingen Bilder des Römers um
die Welt. Schon durch die
„Krönungsdiarien“, illustrierte Alben, die zur
Erinnerung an die Feierlichkeiten zur Krönung eines jeden Kaisers angefertigt
und
veröffentlicht wurden, wurden Ansichten des
Frankfurter Rathauses bekannt. Der Römer mit seiner charakteristischen
Dreigiebelfront wurde
zum Wahrzeichen der Stadt. Dabei gehörte zum
Rathaus zunächst nur das mittlere der drei treppengiebeligen Häuser. Dessen
Name Römer
übertrug sich bald auch die Nachbarn und
später sogar auf den gesamten Rathauskomplex. Das Haus Löwenstein zur Rechten
und das Haus
Alt-Limpurg zur Linken des eigentlichen Römers
konnte die Stadt erst 1596 bzw. 1878 hinzu erwerben. Insgesamt hat sie ihren
Gebäudekomplex
um den Römer ständig erweitert und
modernisiert, damit Frankfurt zu allen Zeiten über ein repräsentatives wie
funktionales Rathaus verfügen
konnte.
Seine politische Bedeutung als „hus
des riches“ (Haus des Reichs) büßte der Römer allerdings mit dem Ende des
Heiligen Römischen Reiches
Deutscher Nation 1806 ein. Im Jahr 1848 sollte
zwar noch einmal an die große Vergangenheit des Bauwerks angeknüpft werden:
Eigentlich
wollte die Nationalversammlung damals im
Kaisersaal tagen. Aber das erste frei gewählte deutsche Parlament musste dann
aus Platzgründen in
die benachbarte Paulskirche verlegt werden.
Zwei Jahre zuvor war auch eine andere
Tradition im Römer zu Ende gegangen. Bis 1846 war in seinen Gewölbehallen im
Erdgeschoss reger Handel
getrieben worden, wie es sich in der alten
Messestadt am Main gehörte. Beim Umbau zum Rathaus (1405-1408) hatte der Rat
die Römerhallen
eigens für Messezwecke ausgestalten lassen.
Auch früher schon hatten Kaufleute zur Messe hier Quartier genommen, zumeist
Handelreisende aus
Italien, woran der Namen des Hauses erinnert.
Das Haus gleich links neben dem Römer (das spätere Haus Alt-Limpurg) hieß bis
1495 Laderam,
was eine Verballhornung von „Lateran“ ist, dem
Bischofssitz des Papstes im Rom.
Schon damals mussten sich die
Stadtpolitiker im Römer mit größeren wie auch kleineren Problemen befassen. Im
Jahr 1493 mussten sie etwa Herr
über eine Mäuseplage im Rathaus werden.
Kurzerhand wurden einfach sechs Katzen angeschafft. Seitdem heißt es, nicht
ohne Anspielung auf die
pekuniären Verhältnisse der Stadt, solange es
noch Katzen im Römer gebe, seien auch noch „Mäuse“ da. Lebende Katzen hält die
Stadt schon
lange nicht mehr im Römer. Aber bei der
wilhelminischen Fassadengestaltung wurden immerhin einige steinerne Artgenossen
auf die Giebel
gesetzt. Dort gibt es die „Römerkatzen“, trotz
Kriegszerstörung des Rathauses, noch heute. Ob sie dieselbe sprichwörtliche
Wirkung haben
wie echte Katzen, ist ein gut gehütetes
Geheimnis der Stadtkämmerei.
Sabine Hock
Fotos zum Download im Internet
unter Link www.frankfurt.de Pressedienste, Wochendienst
STADT FRANKFURT AM MAIN TAGESDIENST
VOM 4. MÄRZ
Der Römer begeht seinen 600.
Geburtstag
Festwochenende mit Gastronomie,
Theater, Kabarett und Musik
Frankfurt am Main (pia) Am 11., 12.
und 13. März 2005 wird die Stadt Frankfurt das 600. Jubiläum des Römers mit
Stolz, aber auch mit
Rückbesinnung auf die damit verbundene
Geschichte feiern. Bei den Festlichkeiten wird ein Bogen von der Vergangenheit
bis in die Zukunft
gespannt. "Der Römer symbolisiert die
Vitalität der kommunalen Selbstverwaltung, die Prosperität der Frankfurter
Wirtschaft und den
gediegenen Glanz städtischer Repräsentation.
Unser Ziel ist es, mit dem Römer im Mittelpunkt Frankfurt als Bürger- und
Messestadt, als Ort
von Liberalität und demokratischer Tradition
sowie internationaler Begegnung zu präsentieren“, sagt Oberbürgermeisterin
Petra Roth.
Zum Geburtstags-Wochenende, am 12.
und 13. März, lädt Oberbürgermeisterin Petra Roth alle in den Römer ein, um
gemeinsam das Jubiläum zu
feiern. Das Motto der Veranstaltung lautet:
„600 Jahre Rathaus – Ein Fest im Römer“.
Die Frankfurterinnen und Frankfurter
und die Einwohner aus dem Umland sind eingeladen, das Frankfurter Rathaus zu
besuchen. Der Römer ist am
Samstag von 11 Uhr bis 19 Uhr und am Sonntag
von 12 Uhr bis 18.30 Uhr geöffnet. Alle interessanten Räume sind zu
besichtigen: vom
Kaisersaal und Limpurgsaal über den Trausaal
bis zum Magistratssitzungssaal und dem Büro der Oberbürgermeisterin.
Gleichzeitig soll auch
gefeiert werden mit Theater, Musik und
Gastronomie. An verschiedenen Ständen können Speisen und Getränke gekauft
werden.
Die Besucher können den Römer
selbständig oder in Führungen näher kennen lernen. Die Führungen kosten 3 Euro
und beginnen beim Paulsplatz 7
(Hof zum Römerkeller) am Samstag um 13, 15 und
17 Uhr und am Sonntag um 12, 13, 15 und 16.30 Uhr. Für die Kinder gibt es am
Samstag um 11
Uhr und 13 Uhr eine Rallye durch den
Römer.
Oberbürgermeisterin Roth wird eine
Sprechstunde am Samstag von 14 Uhr bis 15.30 Uhr anbieten.
Namhafte Frankfurter Künstler, die
alle eine enge Beziehung zu ihrer Stadt haben, treten bei der Veranstaltung
auf. Michael Quast
präsentiert den Römer als „Gud Stubb’ intim“
im Plenarsaal der Stadtverordnetenversammlung am Samstag um 15 Uhr und um 17.30
Uhr sowie am
Sonntag um 14 Uhr und um 15 Uhr. Und die
Dramatische Bühne spielt „Geschichten aus dem Römer“ am Samstag um 14 Uhr und
18 Uhr sowie am
Sonntag um 16 Uhr und um 17.30 Uhr, jeweils im
Limpurgsaal. Frankfurts internationaler Charakter wird mit einem Club- und
Kulturevent im
Ratskeller und im Kapellchen unterstrichen,
das von Stefan Hantel veranstaltet wird, der durch den Bucovina Club im
Schauspiel bekannt ist.
Es dauert von 22 Uhr bis 3 Uhr; der Eintritt
beträgt 10 Euro.
Bereits am Freitag, den 11. März
2005, dem Jahrestag des Ankaufs, gibt es einen Festakt im Kaisersaal. Johannes
Fried, Professor für
Mittelalterliche Geschichte an der Johann
Wolfgang Goethe-Universität, hält einen Vortrag mit dem Titel: „Der Römer, das
Reich und die
Welt“.
Ebenfalls am 11. März wird die
Doppelausstellung des Instituts für Stadtgeschichte und des Historischen
Museums eröffnet. Bei der
Ausstellung des Instituts für Stadtgeschichte
im Karmeliterkloster steht das äußere Erscheinungsbild des Gebäudes und dessen
bauliche
Entwicklung im Vordergrund. Die Schau des
Historischen Museums befasst sich dagegen mit dem Innenleben des Römers. Sie
stellt die
verschiedenen Funktionen des Rathauses im Lauf
der Geschichte anhand wichtiger geschichtlicher Wendepunkte dar.
Im Jahre 1329 erhielt die Frankfurter
Bürgerschaft von Kaiser Ludwig IV., dem Bayern, die Erlaubnis, ein neues
Rathaus zu bauen. Am 11. März
1405 kaufte der Rat der Stadt Frankfurt von
den Brüdern Konz und Heinz zum Römer die beiden Patrizierhäuser „Römer“ und „Zum Goldenen
Schwan“, „mit allen Kellern, Höfen und
Gesessen“. Zunächst hieß nur das mittlere Haus der Drei-Giebel-Fassade Römer. Später
erhielt der
gesamte Gebäudekomplex den Namen. Es wird
angenommen, dass der Römer seinen Namen erhielt, weil darin zu Messezeiten
italienische Kaufleute
logierten.
Mit der Stadt wuchs auch das Rathaus
auf insgesamt elf Häuser, die miteinander verbunden wurden. Der Römer ist auch
nach der Zerstörung im
Zweiten Weltkrieg und dem Wiederaufbau
Frankfurts das politische und gesellschaftliche Herz der Stadt geblieben.
Berühmte Persönlichkeiten
waren hier zu Gast. Auf dem Römerbalkon
standen 1936 Max Schmeling als Boxweltmeister, die Fußballweltmeister von 1990,
die
Fußballeuropameister von 1996, die
Vizeweltmeister von 2002 und die Damenfußballweltmeister von 2003.
Noch rechtzeitig vor seinem
Geburtstag hat der Römer ein neues Gewand bekommen. Die Fassade der Häuser
Alt-Limpurg, Römer, Löwenstein
(Drei-Giebelfassade) und die beiden in den
fünfziger Jahren gebauten Häuser Frauenstein und Salzhaus wurden in Anlehnung
an den wieder
aufgebauten Römer von 1952 erneuert.
Der Kaisersaal hat zum Jubiläum einen
Refektoriumstisch und Lehnstühle aus dem Fundus des Historischen Museums
erhalten: Der
Refektoriumstisch aus dem 19. Jahrhundert
passt sich an den Stil des Kaisersaales an. Es finden sich sowohl auf dem Tisch
als auch im
Kaisersaal dieselben Gestaltungsmerkmale. Die
Lehnstühle sind aus dem Rokoko. Sie wurden vom Historischen Museum sorgfältig
restauriert.
Ein passender Stoffbezug ist nach einer
Originalvorlage aus dem 18. Jahrhundert gewebt worden.